Ghalibaf soll US-Vertrauen an Hormus-Plan knüpfen
· VinciFi Redaktion

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf soll dem pakistanischen Armeechef Asim Munir gesagt haben, die USA müssten Teherans Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus umsetzen, um Irans Vertrauen zu gewinnen. Eine Einigung könnte den Öltransport durch die wichtige Meerenge wieder erleichtern.**
Munir reiste am Dienstag nach Teheran, um mit iranischen Vertretern zu sprechen. Pakistan bemüht sich, die Verhandlungen zwischen den USA und Iran wieder in Gang zu bringen. Iran erklärte, die Gespräche sollten vor allem die bilateralen Beziehungen stärken, zugleich aber auch die festgefahrenen Verhandlungen mit Washington berühren.
Vermittler legen einen weiteren Vorschlag vor
Katarische und pakistanische Vertreter legten am Dienstag einen neuen Vorschlag für eine Friedenslösung vor. Mit den Vermittlungsbemühungen vertraute Personen beschrieben ihn als Kompromiss, der Forderungen beider Seiten teilweise aufgreift. Sie berichteten von positiven Reaktionen aus Washington und Teheran. Eine Zustimmung zu einer endgültigen Vereinbarung ist damit nicht verbunden.
Der Streit um die Straße von Hormus gehört zu den zentralen Streitpunkten. Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte, Teherans Sieben-Tage-Plan zur Öffnung der Meerenge liege weiterhin auf dem Tisch. Die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs ist an iranische Bedingungen geknüpft. Ghalibafs Aussage bindet die Vertrauensfrage damit an einen konkreten Schritt in den Verhandlungen, nicht an eine bereits beschlossene Öffnung.
Eingeschränkte Passage belastet den Öltransport
Die Meerenge ist eine wichtige Route für Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur flossen im August durchschnittlich 7,6 Millionen Barrel Öl pro Tag durch Hormus. Das waren 13,1 Millionen Barrel pro Tag weniger als vor dem Krieg. Die US-Energieinformationsbehörde schätzte im April, dass sechs Golfstaaten im März zusammen 7,5 Millionen Barrel pro Tag an Rohölförderung stillgelegt hatten; für April erwartete sie 9,1 Millionen.
Eine Öffnung könnte den Transport von Energie aus der Region erleichtern und den Druck auf die Versorgung mindern. Die Bedingungen, die Iran dafür stellt, und die Reaktion der USA bleiben entscheidend für den Fortgang der Vermittlung. Munirs Gespräche in Teheran finden inmitten dieser Bemühungen statt. Solange der Schiffsverkehr eingeschränkt bleibt, liegen die Ölströme durch Hormus deutlich unter dem Vorkriegsniveau.