Fed-Hike bis Jahresende nicht voll eingepreist

· VinciFi Redaktion

Fed-Hike bis Jahresende nicht voll eingepreist

Händler preisen eine Zinserhöhung der US-Notenbank bis Jahresende nicht mehr vollständig ein. Die veränderten Erwartungen können Anleiherenditen und Bewertungen bewegen, beschlossen ist ein Zinsschritt damit aber nicht.**

Am 22. Oktober spiegelten die Marktpreise keine sichere Zinserhöhung vor Jahresende mehr wider. Solche Erwartungen lassen sich aus Futures-Preisen ableiten. Sie zeigen, wie Händler die möglichen Entscheidungen gewichten, sind aber weder ein Beschluss noch eine Zusage der US-Notenbank. Dass eine Erhöhung nicht vollständig eingepreist ist, bedeutet zugleich nicht, dass Händler sie ausschließen.

Die Erwartungen bleiben dennoch deutlich auf eine spätere Erhöhung ausgerichtet. Eine Marktanalyse vom 22. Oktober bezifferte die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf 90 Prozent. Für die Sitzung am 27. und 28. Oktober wurde in einer Analyse vom 20. Oktober eine Wahrscheinlichkeit von 17 Prozent für einen Zinsschritt genannt. Für den Zeitraum bis zur Dezember-Sitzung waren dort ungefähr 25 Basispunkte zusätzlicher Straffung eingepreist. Die Werte stammen aus unterschiedlichen Marktberichten und Zeitpunkten. Sie zeigen daher keine einheitliche oder sichere Prognose.

Auch unter Ökonomen überwiegt die Erwartung, dass es im Oktober keine unmittelbare Änderung gibt. In einer am 20. Oktober veröffentlichten Umfrage rechneten 94 von 100 Befragten mit einem unveränderten Leitzins nach der Oktober-Sitzung. Alle 100 erwarteten in derselben Umfrage eine Erhöhung im Dezember. Das sind Einschätzungen der Befragten, nicht die Entscheidung des Offenmarktausschusses.

Für die Märkte zählt, wie sich die erwartete Zinsbahn verändert. Höhere Leitzinsen können die Finanzierung verteuern und die Bewertung künftiger Unternehmensgewinne belasten. Verschiebt sich eine erwartete Erhöhung nach hinten, kann das den Druck auf Anleihen und zinssensible Aktien mindern. Eine Neubewertung kann auch den US-Dollar und globale Anlagen betreffen, ohne dass daraus eine sichere Kursbewegung folgt.

Die Fed berät am 27. und 28. Oktober. Danach richtet sich der Blick auf die letzte Sitzung des Jahres im Dezember. Erst der Offenmarktausschuss entscheidet, ob und wann der Leitzins erneut steigt.

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