EZB warnt: Energiepreise könnten Inflation anheizen

· VinciFi Redaktion

EZB warnt: Energiepreise könnten Inflation anheizen

Die EZB sieht im länger und stärker anhaltenden Energieschock ein Risiko für höhere Inflation und schwächeres Wachstum. Für die Geldpolitik bedeutet das einen schwierigen Spagat zwischen Preisstabilität und Konjunktur.**

Für die Eurozone kommt der Warnhinweis in eine Phase, in der die Inflation wieder angezogen hat. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezifferte sie für September auf 3,8 Prozent. Hauptgrund war der starke Anstieg der Energieinflation; auch Lebensmittel- und Dienstleistungspreise legten stärker zu.

In einer Stellungnahme vom 17. Oktober beschrieb Lagarde den Energieschock bereits als erhebliches Risiko. Zugleich sah die EZB die Risiken für das Wachstum nach unten gerichtet. Wie lange und wie intensiv der Konflikt im Nahen Osten dauert, sei für den wirtschaftlichen Ausblick entscheidend.

Die Sorge reicht über die direkten Kosten für Strom, Gas und Kraftstoffe hinaus. Höhere Energiepreise können auch die Kosten von Unternehmen erhöhen und sich mit Verzögerung auf andere Preise übertragen. Bleiben sie länger hoch, könnte das den Inflationsdruck verstärken, während teurere Energie zugleich Haushalte und Unternehmen belastet. Genau diese indirekten und möglichen Zweitrundeneffekte hebt die EZB in ihrer aktuellen Einschätzung hervor.

Auch die Erwartungen der Haushalte bewegten sich im September in unterschiedliche Richtungen: Die mittlere Inflationserwartung für die kommenden zwölf Monate stieg laut EZB-Umfrage von 3,0 auf 3,1 Prozent. Das sind Befragungsergebnisse, keine Prognose der EZB für das tatsächliche Wachstum.

Für die Finanzmärkte ist damit vor allem die weitere Entwicklung von Energiepreisen und deren Durchschlag auf die übrige Inflation relevant. Die EZB muss dabei sowohl das Risiko hartnäckiger Preissteigerungen als auch die Belastung des Wachstums berücksichtigen.

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