ExxonMobil-Chef: UAE-Förderung wieder auf früherem Niveau
· VinciFi Redaktion

ExxonMobil-Chef Darren Woods sagt, die Förderung in den Vereinigten Arabischen Emiraten liege wieder auf einem Niveau wie in früheren Jahren. Zugleich verzögere sich wegen Einschränkungen die Realisierung der Verkäufe, was den Zeitpunkt beeinflussen kann, zu dem die Ölmengen den Markt erreichen.**
Woods sagte, ExxonMobil arbeite mit den Emiraten daran, Öl aus dem Golf zu transportieren. Die Förderung werde bereits verbucht, doch die Realisierung der Verkäufe verzögere sich wegen Einschränkungen. Zwischen verbuchter Förderung und realisierten Verkäufen kann so eine zeitliche Lücke entstehen.
Im September lag die UAE-Ölförderung im Monatsmittel bei 3,91 Millionen Barrel pro Tag. Das war der höchste Stand seit dem vorübergehenden Förderanstieg im April 2020. Die Produktion hatte sich damit bereits vor Woods’ Aussage deutlich erholt.
Der Abtransport bleibt eine Herausforderung. Nach Angaben des Schifffahrtsanalyseunternehmens Windward stellten Produzenten am Golf fast 230 Tanker für den Ölexport zusammen. Ein Teil der Ladungen wird vor Oman und den Emiraten von einem Schiff auf ein anderes übertragen, um die riskante Strecke einzelner Tanker durch die Straße von Hormus zu verkürzen. Kpler-Daten zufolge nutzten im August mehr als 70 Prozent des Rohöls, das die Meerenge passierte, solche Schiff-zu-Schiff-Transfers.
Windward zufolge erreichten die Rohölexporte von Terminals westlich der Straße von Hormus im Oktober etwa 11 Millionen Barrel pro Tag. Im Mai waren es 1,56 Millionen, vor dem Krieg 14,5 Millionen Barrel täglich. Die Zahlen zeigen eine kräftige Erholung der Ausfuhren auf dieser Route, aber noch keinen vollständigen Anschluss an das Vorkriegsniveau.
Für ExxonMobil ist die Lage auch deshalb relevant, weil Woods eine operative Hürde im Ölgeschäft beschreibt: Die Förderung liegt wieder auf einem Niveau wie in früheren Jahren, während sich die Realisierung der Verkäufe verzögert. Für die weltweite Versorgung werden zusätzliche Mengen erst dann wirksam, wenn sie den Golf verlassen und bei Abnehmern ankommen.