Exxon-Chef: Hormus-Rohöl nähert sich Vorkriegsniveau
· VinciFi Redaktion

Der ExxonMobil-Chef sagt, der Rohöltransport durch die Straße von Hormus bewege sich wieder nahe an das Vorkriegsniveau. Das könnte die Sorge vor knappen Rohöllieferungen mindern, während hohe Ölpreise und Risiken für die Schifffahrt den Markt weiter belasten.**
Die Rohölexporte aus dem Golf erreichten in der Woche bis zum 18. Oktober durchschnittlich 24,6 Millionen Barrel pro Tag und lagen damit über dem Vorkriegsdurchschnitt. Trotzdem notierte Brent am Freitag auf dem höchsten Stand seit April und zeitweise über 117 US-Dollar je Barrel. Der Preis lag damit mehr als 60 Prozent über dem Niveau vor dem Krieg.
Rohöl und Treibstoffe erholen sich unterschiedlich
Die Exportzahl für den Golf umfasst mehr als den Verkehr durch Hormus allein. Am 12. Oktober bezifferte US-Energieminister Chris Wright die Ölströme durch die Meerenge auf 80 bis 90 Prozent des Vorkriegsniveaus, im Schnitt 13 bis 14 Millionen Barrel täglich. Bei raffinierten Produkten wie Diesel, Kerosin und Benzin lagen die Ausfuhren laut Wright dagegen erst bei 25 bis 35 Prozent des früheren Niveaus. Damit erholen sich Rohöltransporte und Treibstoffausfuhren unterschiedlich.
Auch die Passage bleibt riskant. Am 29. Oktober wurde ein Tanker beim Auslaufen durch Hormus von einem unbekannten Geschoss getroffen. Reedereien nutzen Umladungen zwischen Schiffen vor Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dadurch muss jeder einzelne Tanker eine kürzere Strecke durch besonders gefährdete Gewässer zurücklegen.
Hohe Raffineriemargen stützen ExxonMobil
Für ExxonMobil zählt neben dem Rohölangebot auch, wie viel Kraftstoff die Raffinerien produzieren und welche Margen sie erzielen. Vorstandschef Darren Woods sagte bei einem früheren Quartalstermin, die verfügbare Raffineriekapazität sei außerhalb der Corona-Zeit so niedrig wie nie. Er erwartete weiterhin sehr hohe Raffineriemargen. Der Anteil des Geschäftsbereichs Energy Products am Ergebnis der Geschäftsbereiche sei innerhalb von fünf Jahren von etwa 9 auf etwa 23 Prozent gestiegen.
Im dritten Quartal erzielte ExxonMobil im bereinigten Fördergeschäft 7,3 Milliarden US-Dollar. Das waren 20 Prozent weniger als im zweiten Quartal, unter anderem weil die Brent-Preise niedriger lagen. Gleichzeitig investiert der Konzern weiter in Raffinerien, darunter den Standort Baytown in Texas, um mehr Kraftstoff zu produzieren. Die sichere Durchfahrt durch Hormus bleibt damit neben der Fördermenge ein wichtiger Faktor für den Öltransport.