Europäische Vertreter bleiben bei US-Investment skeptisch

· VinciFi Redaktion

Europäische Vertreter bleiben bei US-Investment skeptisch

Europäische Vertreter stehen Überlegungen zu US-Investitionen in Nord Stream skeptisch gegenüber: Die EU will russische Gasimporte bis Ende 2027 beenden. Ein möglicher Einstieg könnte deshalb mit Europas Energiepolitik kollidieren und die Debatte über künftige Gaslieferungen nach Europa verschärfen.**

Die Gespräche über einen US-Investor für Nord Stream sind Berichten zufolge Teil der Kontakte zwischen US- und russischen Vertretern. Fünf Personen mit Kenntnis der Gespräche berichteten, dass dabei ein US-Investor für die Pipelines erörtert wurde. Ein vereinbarter Einstieg oder eine Entscheidung zur Wiederinbetriebnahme ist damit nicht verbunden.

Europas Gas-Ausstieg ist bereits beschlossen

Der EU-Rat hat im Januar 2026 eine stufenweise Regelung zum Aus für russisches Pipelinegas und Flüssigerdgas verabschiedet. Für LNG gilt das vollständige Importverbot ab Anfang 2027, für Pipelinegas ab Herbst 2027. Bestehende Verträge erhalten Übergangsfristen. Die Regelung ist damit mehr als ein politisches Ziel: Sie setzt den schrittweisen Ausstieg rechtlich fest.

Die Europäische Kommission erklärte im Oktober, Europas Gasversorgung sei trotz niedrigerer Speicherstände für den Winter ausreichend flexibel. Höhere LNG-Importe und die Infrastruktur könnten geringere Speicherbestände ausgleichen. Die Kommission verwies zugleich auf das Ende langfristiger Verträge für russisches LNG ab dem kommenden Jahr. Das zeigt, dass die Debatte über Nord Stream in eine Phase fällt, in der Europa seine Bezugsquellen weiter umstellt.

Ein Investor würde die Regeln nicht ersetzen

Eine Sprecherin des deutschen Wirtschafts- und Energieministeriums sagte, Nord Stream und russisches Gas unterlägen europäischen Sanktionen. Deutschland habe andere Lieferanten gefunden. Eine Wiedereröffnung der Pipelines würde demnach eine Genehmigung der Regierung erfordern. Ein US-Investment allein wäre also keine Freigabe für Gastransporte. Für den europäischen Gasmarkt könnte die Diskussion dennoch wichtig werden, weil sie mögliche künftige Lieferwege und die politische Haltung zu russischem Gas berührt.

Die Kommission will Speicherstände, Versorgung und Preise während des Winters weiter beobachten. Der nächste große Schritt beim EU-Ausstieg steht Anfang 2027 an, wenn das vollständige Verbot russischer LNG-Importe greifen soll.

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