Euro-Industrieproduktion fällt im Jahresvergleich um 1,1 %
· VinciFi Redaktion

Die Industrieproduktion im Euroraum lag im August 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Minus fiel damit stärker aus als die erwarteten 0,1 Prozent und liefert ein schwaches Signal für die Industriekonjunktur.**
Auch im Monatsvergleich sank die Produktion: saison- und kalenderbereinigt um 0,5 Prozent. Im Juli hatte das Minus 0,3 Prozent betragen. Eurostat korrigierte zugleich den Juli-Jahreswert von zuvor unverändert auf minus 0,3 Prozent. Damit fiel die Produktion im Euroraum in beiden Monaten gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat. Die Monatsreihe zeigt, wie sich der Rückgang zuletzt entwickelt hat.
Unterschiedliche Entwicklungen nach Gütergruppen
Die Produktion nicht langlebiger Konsumgüter, etwa kurzlebiger Verbrauchsgüter, lag 9,1 Prozent unter dem August 2025. Bei Vorleistungsgütern betrug das Minus 0,4 Prozent. Gleichzeitig stieg die Produktion von Energie um 3,1 Prozent und die von Investitionsgütern um 3,0 Prozent. Die Entwicklungen unterschieden sich damit je nach Gütergruppe.
Auch zwischen den Ländern klafften die Jahreswerte auseinander. Belgien verzeichnete ein Minus von 7,1 Prozent und Bulgarien von 5,4 Prozent. In den Niederlanden legte die Produktion dagegen um 9,8 Prozent zu, in Ungarn um 8,8 Prozent. Deutschlands Industrie lag 0,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Unterschiede zeigen, dass das schwächere Ergebnis des Euroraums nicht für jedes Land oder jeden Industriezweig gilt.
Der Produktionsindex misst das Volumen der Industrie ohne Baugewerbe. Die Jahresveränderungen sind kalenderbereinigt, während Eurostat die Monatswerte saison- und kalenderbereinigt ausweist. Für Anleger in Industrie- und Konsumgüterunternehmen kann die schwache Gesamtzahl ein Hinweis auf unterschiedliche Nachfragebedingungen sein: Den Zuwächsen bei Investitionsgütern stand ein Rückgang bei nicht langlebigen Konsumgütern gegenüber.
Eurostat veröffentlicht die nächste Zahl zur Industrieproduktion am 16. November.