EU erwägt China-Hürden für Chemikalien und Maschinen
· VinciFi Redaktion

Die EU-Kommission erwägt neue Beschränkungen für Importe chinesischer Chemikalien und Maschinen. Für Möbel fordert die Branche dagegen zunächst eine Prüfung, mögliche Handelsmaßnahmen könnten den Wettbewerb für europäische Hersteller verändern.**
Die konkreten Maßnahmen für Chemikalien und Maschinen stehen noch in der Prüfung. Beim Treffen der EU-Handelsminister am 22. und 23. Oktober in Dublin ging es um den Umgang mit China; die Minister sprachen sich zugleich für weitere Gespräche mit Peking aus.
Mehrere Chemieprodukte stehen auf dem Prüfstand
Bei bestimmten PVC-Produkten aus China, Südkorea, Mexiko und Taiwan läuft bereits eine Antidumpinguntersuchung. Die EU-Kommission leitete sie am 23. September 2026 ein. Neben PVC untersucht die EU im Chemiesektor auch Acetylsalicylsäure und bestimmte Celluloseether.
Für Kunststoffe werden außerdem Importquoten als mögliche Maßnahme genannt. Ein früherer Ansatz für den Umgang mit einzelnen Branchen ist der Autohandel: China will seine Ausfuhren von Hybridfahrzeugen in die EU 2027 freiwillig auf 350.000 Fahrzeuge begrenzen, fast die Hälfte des bisherigen Umfangs. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič sagte, ein ähnlicher Ansatz könne als Grundlage für weitere Gespräche dienen. Damit stehen Verhandlungen und Handelsschutzmaßnahmen nebeneinander.
Möbelhersteller verlangen eine Prüfung
Beim Thema Möbel kommt der Druck bislang von den Herstellern. Der europäische Möbelverband EFIC wandte sich an Šefčovič und forderte, die Auswirkungen chinesischer Einfuhren zu prüfen. Eine solche Prüfung wäre ein möglicher erster Schritt zu späteren Handelsschutzmaßnahmen, aber noch keine Entscheidung über Zölle.
Der wirtschaftliche Hintergrund ist ein großes Handelsungleichgewicht: Das EU-Warenhandelsdefizit mit China lag im ersten Halbjahr 2026 bei knapp 197 Milliarden Euro. Für europäische Chemie- und Möbelhersteller könnten zusätzliche Schutzmaßnahmen den Wettbewerb mit Importen beeinflussen. Die EU-Handelsminister hatten sich in Dublin zugleich für weitere Gespräche mit Peking ausgesprochen.