Die Bank of Korea lässt ihren Leitzins bei 3,00 Prozent

· VinciFi Redaktion

Die Bank of Korea lässt ihren Leitzins bei 3,00 Prozent

Die Bank of Korea lässt ihren Leitzins bei 3,00 Prozent, obwohl Wachstumsausblick und Inflationsdruck stärker sind als im August. Gouverneur Shin Hyun-song will die restriktive Geldpolitik fortsetzen, um den Preisdruck zu begrenzen.**

Die Entscheidung folgt auf zwei Zinserhöhungen in Folge: Im Juli und August hatte die Notenbank den Leitzins jeweils um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Nun will sie zunächst die Wirkung dieser Schritte und die Entwicklung der Risiken im In- und Ausland prüfen. Alle sieben Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten für die Zinspause.

Wachstum liegt über der August-Prognose

Die Wirtschaft Südkoreas wächst stärker als erwartet. Exporte und Investitionen profitieren laut Bank of Korea von der Nachfrage nach Halbleitern; zugleich dürfte sich der private Konsum mit steigenden Einkommen erholen. Im August hatte die Notenbank für dieses Jahr ein Wachstum von 3,3 Prozent und für das kommende Jahr von 2,9 Prozent prognostiziert. Die neuen Erwartungen liegen nach ihrer Einschätzung deutlich darüber, konkrete aktualisierte Werte nannte sie in ihrer Erklärung jedoch nicht.

Die Preisentwicklung bleibt ein Gegengewicht zum Wachstum. Die Verbraucherpreise stiegen im September im Jahresvergleich um 2,9 Prozent, die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel um 2,8 Prozent. Beide Raten lagen damit im oberen Bereich der Zweiprozentspanne. Die Bank erwartet, dass die Inflation noch längere Zeit über ihrem Zielwert bleibt. Für das kommende Jahr rechnet sie mit höheren Inflationsraten als in ihrer August-Prognose.

Zinskurs bleibt von Inflation und Schulden abhängig

Auch die Finanzstabilität spielt eine Rolle. Die Notenbank verweist auf Risiken durch den Immobilienmarkt in Seoul und die Verschuldung privater Haushalte. Zugleich berichtet sie von erhöhter Schwankung an den Finanzmärkten: Koreanische Staatsanleiherenditen stiegen zwischenzeitlich deutlich, während Aktienkurse wegen Sorgen um die Ertragskraft des Halbleitersektors stark nachgaben. Eine anhaltend restriktive Geldpolitik könnte die Finanzierungskosten für Unternehmen und Haushalte hoch halten und damit Investitionen sowie Konsum bremsen.

Die Bank of Korea will weitere Zinsschritte von der Entwicklung der Inflation, der Binnenwirtschaft und der Finanzstabilität abhängig machen. Zeitpunkt und Tempo möglicher Erhöhungen bleiben damit offen; die aktuelle Zinspause ist kein Signal für eine bereits beschlossene Kurswende.

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