Deutschland will EU zu mehr China-Quoten drängen
· VinciFi Redaktion

Berichten zufolge will Deutschland die EU dazu bewegen, weitere chinesische Importe mit Obergrenzen zu belegen. Das könnte den Streit über Autos hinaus auf Branchen wie Chemie und Verpackungskunststoffe ausweiten.**
Ein deutsch-französisches Positionspapier vom 5. Oktober nennt Plug-in-Hybride, Chemikalien und PET als dringende Fälle für handelspolitische Maßnahmen. PET ist ein Kunststoff, der häufig für Verpackungen verwendet wird. Der Vorstoß aus Berlin ist eine politische Forderung; eine Ausweitung der EU-Importregeln ist damit noch nicht beschlossen.
Der Druck auf die Handelspolitik wächst vor dem Hintergrund des EU-Handelsdefizits mit China. Es betrug im vergangenen Jahr 360 Mrd. Euro. In den ersten sechs Monaten 2026 lag es bereits bei 200 Mrd. Euro. Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume. Maschinen, Textilien, Metalle, Chemikalien und Autos zählen zu den Bereichen, in denen die EU ein Handelsungleichgewicht mit China verzeichnet.
Bei Hybridautos zeichnet sich bereits eine Begrenzung ab: Nach einer Verständigung soll die EU ab dem 1. Dezember 2026 höchstens 350.000 chinesische Hybrid- und Plug-in-Hybridautos pro Jahr einführen. Für 2026 erwartet die EU-Kommission rund 800.000 solcher Importe. Die Obergrenze bezieht sich auf den Herstellungsort: In der EU gebaute Autos chinesischer Marken fallen nicht darunter. BYD gehört zu den Herstellern, deren Lieferungen aus China von der geplanten Quote betroffen wären. Eine Begrenzung weiterer Warengruppen könnte den Wettbewerb für europäische Hersteller ebenfalls verändern.
Für Anleger in den betroffenen Branchen könnte eine Ausweitung der Quoten relevant werden, weil sie den Zugang chinesischer Anbieter zum EU-Markt beschränken kann. Zugleich könnten Handelsbeschränkungen Spannungen zwischen der EU und China verschärfen. Marktanalysen nennen bei solchen Konflikten auch den Euro und den Renminbi als mögliche Übertragungskanäle, etwa über Erwartungen zu Wachstum und Handel.
Die EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich am 15. und 16. Oktober in Brüssel. Wettbewerbsfähigkeit steht auf der Tagesordnung; der Gipfel ist der nächste politische Termin für die Debatte über den Umgang mit dem China-Handel.
