Der Philadelphia Semiconductor Index verlor in der Woche bis zum 15. Oktober
· VinciFi Redaktion

Der Philadelphia Semiconductor Index verlor in der Woche bis zum 15. Oktober rund 9 Prozent. Sorgen über Schulden, Zinsen und die Kosten des KI-Ausbaus setzen den Halbleitersektor unter Druck.**
Der Ausverkauf dauerte sechs Handelssitzungen. Höhere US-Verbraucherpreise im September, die binnen fünf Monaten am stärksten gestiegen waren, verstärkten die Erwartung, dass die US-Notenbank die Zinsen stärker anheben könnte. Gute Geschäftszahlen von Samsung und ASML hatten die Nervosität zuvor nicht gedämpft.
CoreWeave rückt die Finanzierung in den Fokus
Besonders deutlich zeigt sich die Sorge um den KI-Ausbau bei CoreWeave. Der Anbieter vermietet Rechenleistung für KI-Anwendungen und hat rund 50 Milliarden US-Dollar Schulden. Im zweiten Quartal 2026 lag der freie Cashflow bei minus 5,74 Milliarden US-Dollar. Diese Kennzahl zeigt, wie viel Geld nach dem laufenden Geschäft und den Investitionen übrig bleibt.
CoreWeave erhöhte im August seine Prognose für die Investitionen im Gesamtjahr 2026 um 4 Milliarden US-Dollar auf 35 bis 39 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten für das Jahr knapp 13 Milliarden US-Dollar Umsatz und einen Verlust von 2,13 Milliarden US-Dollar. Teurere Finanzierung könnte den Ausbau von Rechenzentren erschweren, wenn sich die hohen Investitionen nicht durch spätere Einnahmen tragen.
Der Druck reicht bis zu den Chiplieferanten
CoreWeave nutzt für seine Rechenleistung knappe und kostspielige Nvidia-Prozessoren und finanziert den Ausbau häufig mit Krediten. Damit richtet sich der Blick der Anleger nicht nur auf die Nachfrage nach KI-Rechenleistung, sondern auch darauf, ob Betreiber ihre Anlagen finanzieren und auslasten können. Das könnte auch die Bestellungen bei Chiplieferanten wie Nvidia beeinflussen.
Ihre Aussagen zu den Ausgaben für KI-Infrastruktur gelten als wichtiger nächster Prüfstein für den Sektor.