Cooper pocht auf härtere Russland-Sanktionen
· VinciFi Redaktion

Die britische Gesundheitsministerin Yvette Cooper bekräftigt Londons Unterstützung für stärkere Sanktionen gegen Moskau und setzt sich damit von Donald Trumps Kurs ab. Der Gegensatz betrifft auch den Energiemarkt: Washington lockert Beschränkungen für russischen Diesel, um die Kraftstoffkosten einzudämmen.**
Trump stoppte ein Sanktionspaket, das an diesem Sonntag hätte in Kraft treten sollen. Cooper sagte, Großbritannien sehe bei den Russland-Sanktionen eine andere Linie als der US-Präsident. Eine direkte Kritik an Trump vermied sie.
London erweitert seine Sanktionsliste
Die britische Regierung nahm am 8. Oktober 38 neue Einträge in die Sanktionsliste auf. Sie betreffen unter anderem russische Ölunternehmen, Tanker der sogenannten Schattenflotte und Lieferanten von Gütern für Russlands Militär. Insgesamt decken die britischen Sanktionen laut Regierung inzwischen mehr als 90 Prozent der russischen Ölproduktionskapazität ab.
London will damit Einnahmen aus russischen Ölexporten begrenzen und Wege zur Umgehung bestehender Sanktionen erschweren. Weitere britische Maßnahmen richten sich gegen Finanznetzwerke und Lieferketten, die Russlands Kriegsführung unterstützen. Coopers Position knüpft damit an eine bereits laufende Politik an, den wirtschaftlichen Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten.
Washington lockert Regeln für Diesel
Das US-Finanzministerium hat eine zeitlich begrenzte Genehmigung erteilt, durch die russischer Diesel auf den Weltmarkt gelangen kann. Die US-Regierung begründet den Schritt mit dem Ziel, die Kraftstoffkosten zu senken. Zusätzliche Liefermöglichkeiten könnten den Energiemarkt beeinflussen, während Londons Kurs darauf zielt, Russlands Einnahmen aus Öl weiter zu beschneiden.
Der politische Zeitpunkt ist bedeutsam: Die US-Zwischenwahlen finden am 3. November statt. Kraftstoffkosten stehen damit in den Wochen vor der Wahl im Fokus der US-Regierung.