Chinas Inflation steigt auf 0,9 Prozent, bleibt unter Prognose
· VinciFi Redaktion

Chinas Verbraucherpreise stiegen im September gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent und verfehlten damit die Prognose von 1,0 Prozent. Der moderate Preisanstieg kann Erwartungen an Zinsen und Bewertungen chinesischer Anlagen beeinflussen.**
Im Monatsvergleich legte der Verbraucherpreisindex um 0,2 Prozent zu. Im August hatte das Plus noch 0,4 Prozent betragen; für September waren 0,3 Prozent erwartet worden. Die jährliche Rate stieg dagegen leicht von 0,8 Prozent im August auf 0,9 Prozent im September.
Die Entwicklung fiel je nach Gütergruppe unterschiedlich aus: Lebensmittel waren 1,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, Nicht-Lebensmittel dagegen 1,5 Prozent teurer. Die Kerninflation, die Lebensmittel und Energie ausklammert, blieb mit 1,0 Prozent auf dem Stand des Vormonats. Damit zeigt der Gesamtindex mehr Preisdruck als im August, während die Kernrate unverändert blieb.
Der Verbraucherpreisindex erfasst die Preisänderungen bei Waren und Dienstleistungen, die Haushalte kaufen. Chinas Statistikbehörde bezieht dafür acht große Gruppen und 268 grundlegende Kategorien ein. Seit Januar 2026 wird der Index auf Basis des Jahres 2025 berechnet. Die Behörde schätzt, dass dieser Wechsel die monatliche Jahresrate im Durchschnitt um etwa 0,06 Prozentpunkte beeinflusst.
Für Anleger kann die Kombination aus niedriger Gesamtinflation und stabiler Kernrate unterschiedliche Signale setzen: Sie kann die Erwartungen an den geldpolitischen Spielraum Chinas beeinflussen. Das wiederum könnte sich auf die Bewertung chinesischer Anleihen und Aktien sowie auf den Yuan auswirken. Die Daten allein belegen jedoch keine konkrete Änderung der Geldpolitik oder eine bestimmte Marktbewegung.