China will EU-Lizenzen für Seltene Erden weiter erleichtern
· VinciFi Redaktion

China stellt in Aussicht, Genehmigungen für Seltene Erden und Permanentmagnete für Lieferungen in die EU weiter zu erleichtern. Das könnte europäischen Auto-, Windkraft- und Elektronikherstellern mehr Planungssicherheit geben, garantiert aber keine Genehmigung für jeden einzelnen Antrag.**
He Yadong, Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, erklärte am Donnerstag, China sei bereit, die Genehmigung von Seltene-Erden-Ausfuhren nach Europa weiter zu erleichtern. Die Aussage bezieht sich auf Lizenzanträge. Bereits am 10. Oktober hatte die chinesische Regierung einen „grünen Kanal“ für Anträge zu Seltenen Erden und Permanentmagneten in Aussicht gestellt. Zugleich bat sie die EU um Unterstützung bei chinesischen Lizenzfällen für Dual-Use-Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.
Seltene Erden stecken unter anderem in Permanentmagneten für Elektromotoren und Windkraftanlagen. Eine schnellere Bearbeitung von Exportanträgen könnte den Zugang europäischer Hersteller zu diesen Vorprodukten erleichtern. Die Ankündigung ist jedoch keine allgemeine Freigabe: Sie betrifft den Genehmigungsweg, nicht eine Zusage, dass jede Lieferung bewilligt wird.
Europas Ausbau der eigenen Verarbeitung
Parallel treibt die EU eine eigene Rohstoffversorgung voran. Die Kommission wählte 46 strategische Projekte in 16 Mitgliedstaaten aus; vier davon sollen die Versorgung mit Seltenen Erden stärken. Dazu zählt das Vorhaben Silmet 2.0 von Neo Performance Materials: Die EU stufte die geplante Modernisierung der Trennanlage in Estland als strategisches Projekt ein. Das Unternehmen erwartet, dadurch die Kapazität der Anlage zu verdreifachen.
Für Neo ist die chinesische Lizenzpolitik unmittelbar relevant, weil das Unternehmen Seltene Erden in Estland verarbeitet und auch Permanentmagnete herstellt. Die Firma nennt Elektromobilität und erneuerbare Energien als wichtige Einsatzbereiche ihrer Produkte. Eine verlässlichere Einfuhr könnte daher die Versorgung europäischer Verarbeiter unterstützen; zugleich zeigt das Ausbauprojekt, dass die EU ihre Abhängigkeit von Importen verringern will.
Die nächsten Schritte hängen nun sowohl von der praktischen Umsetzung des chinesischen Lizenzkanals als auch von den Investitionen in europäische Projekte ab.