Britische Wirtschaft wächst stärker als erwartet
· VinciFi Redaktion

Der Wert lag über der Prognose und dem vorherigen Ergebnis und könnte die Einschätzung der Konjunktur und des Zinskurses beeinflussen.**
Die Steigerung übertraf die Prognose von 0,5 Prozent und den vorherigen Wert von 0,4 Prozent. Die drei Monate bis August werden dabei mit den vorangegangenen drei Monaten verglichen. Der Wert ist deshalb nicht mit einem einzelnen Monatswachstum gleichzusetzen. Das Office for National Statistics veröffentlichte die August-Schätzung am 15. Oktober.
Ein Blick auf einzelne Wirtschaftsbereiche liefert zusätzlichen Kontext: Die monatliche Produktion im Dienstleistungssektor legte im Juli um 0,4 Prozent zu. Dienstleistungsbranchen machen laut ONS rund 79 Prozent des britischen Bruttoinlandsprodukts aus. Damit ist ihre Entwicklung für die Gesamtwirtschaft besonders wichtig.
Wachstum trifft auf ein sensibles Zinsumfeld
KPMG erwartet für die britische Wirtschaft 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent und für 2027 von 1,4 Prozent. Die Prognose berücksichtigt einen stärkeren Jahresauftakt, rechnet aber für die zweite Jahreshälfte mit einer Abschwächung. Höhere Energierechnungen, teurere Kredite und geringere Kaufkraft der Haushalte könnten die Nachfrage bremsen.
Auch die Bank of England wägt Wachstum und Inflation gegeneinander ab. Im September ließ sie ihren Leitzins bei 3,75 Prozent, zum sechsten Mal in Folge. Zugleich signalisierte sie, dass die Zinsen steigen könnten, falls die hohen Energiepreise anhalten. Das kräftigere Dreimonatswachstum ist ein weiteres Konjunktursignal für die Einschätzung der Notenbank, entscheidet aber nicht allein über den nächsten Zinsschritt.
KPMG erwartet trotz der möglichen Abschwächung ein Wachstum von 1,3 Prozent im Gesamtjahr 2026. Für die weitere Entwicklung bleibt damit auch entscheidend, wie sich Energiepreise, Kreditkosten und Konsum auf die Wirtschaftsleistung auswirken.