Brent steigt kurz auf 110 Dollar nach Huthi-Angriffen
· VinciFi Redaktion

Brent-Rohöl stieg am Freitag kurz auf 110 US-Dollar je Barrel, nachdem Huthi-Angriffe die Sorge um Öltransporte im Nahen Osten verschärft hatten. Das kann Energiepreise und die Kosten für Unternehmen belasten, wenn wichtige Routen länger gestört werden.**
Zwei Raketen trafen am Freitag das Gelände des Flughafens von Aden im Jemen. Die saudisch geführte Koalition meldete, sie habe Drohnen nahe Riad und Raketen über dem Roten Meer abgefangen, darunter eine in Richtung Yanbu. Damit reichen die Angriffe und Abwehrmaßnahmen über den Jemen hinaus bis an wichtige Verkehrs- und Exportwege.
Yanbu ist für Saudi-Arabiens Ölexporte wichtig: Eine Pipeline verbindet die Ölfelder im Osten des Landes mit dem Hafen am Roten Meer. Damit kann Öl die Straße von Hormus umgehen. Die Route bleibt jedoch verwundbar, wenn sich die Angriffe auf das Rote Meer und die Meerenge Bab el-Mandeb ausweiten. Für den Ölmarkt zählt deshalb nicht nur, ob Förderanlagen getroffen werden, sondern auch, ob Tanker sicher auslaufen können.
Brent erreichte am Freitag im Tagesverlauf kurz 110 US-Dollar je Barrel, erstmals seit Mai, und schloss bei 109,86 US-Dollar. Der Schlusskurs lag laut Marktberichten 3,7 Prozent höher. Neben den Huthi-Angriffen sorgten auch die Spannungen in der Straße von Hormus für Sorgen um die Versorgung. Der Preissprung spiegelt damit mehrere Risiken für den Öltransport wider, nicht allein den Angriff auf Aden. Wenn Exportwege gefährdet erscheinen, kann das die Erwartungen am Ölmarkt beeinflussen.
Die Sicherheitslage beeinträchtigt bereits Veranstaltungen in Saudi-Arabien. Der Golf-Kooperationsrat und die EU verschoben ihren für den 24. Oktober geplanten Gipfel in Riad auf einen späteren, noch gemeinsam festzulegenden Termin. Auch das Tennisturnier Six Kings Slam wurde auf den 27. bis 30. Dezember verlegt. Die Verschiebungen zeigen, dass die Folgen über den Energiesektor hinausreichen und auch internationale Treffen sowie Sportveranstaltungen betreffen.
Eine Entscheidung über eine US-Beteiligung ist damit nicht verbunden. Während Brent bereits kurz 110 US-Dollar je Barrel erreichte, bleibt die Sicherheit der Schifffahrt ein wichtiger Faktor für den Ölmarkt.