BP-Sprecher nennt Aufspaltungsbericht kategorisch falsch
· VinciFi Redaktion

Ein BP-Sprecher hat die Darstellung, einige Verwaltungsratsmitglieder befürworteten eine Aufspaltung, als „kategorisch falsch“ zurückgewiesen. Eine tatsächliche Trennung könnte die Struktur des Ölkonzerns und den Wettbewerb um Energieanlagen verändern.**
Der Gesamtverwaltungsrat hat die Möglichkeit dem Bericht zufolge bislang nicht formell erörtert. Auch Konzernchefin Meg O’Neill soll dem Vorhaben ablehnend gegenüberstehen. Ein BP-Sprecher wies die Darstellung zurück: Sie sei „kategorisch falsch“ (übersetzt). Eine Entscheidung über eine Trennung gibt es damit nicht.
BP hat bereits Verkäufe erwogen
Der Konzern hat seine Geschäftstätigkeit bereits durch Verkäufe und mögliche Veräußerungen verändert. Dazu gehörten Beteiligungen an US-Pipelines und Onshore-Windparks, Förderanlagen für Öl und Gas in der Nordsee sowie Anteile an Start-ups aus dem Risikokapitalportfolio. BP hatte außerdem erwogen, das Geschäft mit Endkunden zu verkleinern. Konzernchefin O’Neill beschrieb das Ziel zuvor als ein „einfacheres, stärkeres und wertvolleres BP“ (übersetzt).
Die Debatte fällt in eine Phase, in der BP seine Strategie neu ausrichtet. Im zweiten Quartal 2026 stieg der zugrunde liegende Wiederbeschaffungskosten-Gewinn gegenüber dem Vorquartal um rund 78 Prozent auf 5,7 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr 2025 hatte BP einen solchen Gewinn von 7,5 Milliarden US-Dollar und einen operativen Cashflow von 24,5 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Diese Zahlen geben Einblick in die Ertrags- und Finanzlage des Konzerns.
Eine Trennung könnte den Wettbewerb unter großen Energiekonzernen um frei werdende Anlagen anheizen. Auch die Londoner Börse und der britische Staat könnten betroffen sein, falls eine Aufspaltung mit einer möglichen Verlagerung der Börsennotierung in die USA verbunden wäre. Das ist ein mögliches Szenario, kein von BP angekündigter Schritt.
BP veröffentlicht am Freitag, 30. Oktober, seine Ergebnisse für das dritte Quartal. Für Dezember hat das Unternehmen außerdem eine Vorstellung seiner neuen Strategie in New York angekündigt.