Berlin und Paris wollen in Japan gebaute E-Autos von EU-Vorteilen ausnehmen

· VinciFi Redaktion

Berlin und Paris wollen in Japan gebaute E-Autos von EU-Vorteilen ausnehmen

Das könnte den Zugang zu Förderungen und öffentlichen Aufträgen erschweren, falls die EU die Linie übernimmt.**

Die Regierungen wollen die europäische Autoindustrie stärken und zugleich an den Klimazielen festhalten. In ihrer gemeinsamen Erklärung setzen sie auf mehr Investitionen, Forschung und Produktion in Europa sowie auf widerstandsfähigere Lieferketten. Die Erklärung beschreibt eine gemeinsame politische Linie, enthält aber keine ausgearbeiteten Detailregeln für Fahrzeuge nach ihrem Produktionsort.

Bei Förderungen soll der Produktionsort zählen

Berichten zum Entwurf zufolge sollen ab 2028 für bestimmte Förderungen und öffentliche Aufträge mindestens 70 Prozent der Fahrzeugkomponenten aus Europa stammen, Batterien ausgenommen. Zusätzlich sollen 10 Prozent des Batterieinhalts lokal beschafft werden. Fahrzeuge, die in Japan, Südkorea oder der Türkei produziert werden, wären demnach ausgeschlossen. Einige europäische Länder außerhalb der EU könnten unter Bedingungen einbezogen werden.

Damit wäre nicht allein entscheidend, wo ein Auto montiert wird. Auch die Herkunft seiner Teile könnte zählen. Für Hersteller, die in den betroffenen Ländern produzieren, könnte der Ausbau europäischer Lieferketten deshalb wichtiger werden, wenn sie von den vorgesehenen Vorteilen profitieren wollen. Die Bedingungen sind Teil eines Vorschlags und noch keine geltenden EU-Regeln.

EU-Verfahren ist noch nicht abgeschlossen

Die Europäische Kommission hatte im März den Industrial Accelerator Act vorgeschlagen. Er soll unter anderem europäische Produktion fördern und Anforderungen für öffentliche Beschaffung und staatliche Unterstützung in ausgewählten Branchen festlegen. Bevor die Regeln gelten können, müssen das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten zustimmen.

Toyota Motor Europe betreibt acht Produktionswerke, unter anderem in Frankreich, Portugal, Polen und Tschechien sowie im Vereinigten Königreich und in der Türkei. Die Standorte allein würden eine spätere Förderberechtigung nicht klären, falls neben der Montage auch die Herkunft von Komponenten zählt.

Frankreich und Deutschland wollen nun mit ihren EU-Partnern auf eine Einigung hinarbeiten. Erst nach den Verhandlungen und der Zustimmung des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten könnten die geplanten Regeln in Kraft treten.

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