Berichten zufolge bittet Japan die USA um Druck auf China
· VinciFi Redaktion

Berichten zufolge hat Japan die USA gebeten, China zur Lockerung seiner Exportkontrollen für Seltene Erden zu bewegen. Japans Yttrium-Vorräte könnten nur noch einige Monate reichen, was Lieferketten wichtiger Industrien unter Druck setzen könnte.**
Einer Auswertung von Handelsdaten zufolge erhielt Japan im August erneut fast keine Lieferungen von Seltene-Erden-Verbindungen und -Metallen, die unter ein Lizenzsystem fallen. China rationiert diese Waren weiterhin streng. Berichten zufolge könnten Japans Vorräte an Yttrium, einem kritischen Metall aus der Gruppe der Seltenen Erden, in einigen Monaten erschöpft sein.
Eine länger anhaltende Knappheit könnte die globale Auto-, Verteidigungs- und Chipindustrie erheblich stören. Diese Branchen benötigen Seltene Erden für verschiedene Anwendungen und Bauteile. Damit betrifft der Konflikt nicht nur den Rohstoffhandel, sondern auch die Versorgung von Industrien, die auf verlässliche Lieferungen angewiesen sind.
Japan hat seine Abhängigkeit von China bereits verringert. Nach Angaben des japanischen Wirtschaftsministeriums sank Chinas Anteil an Japans Importen Seltener Erden von 85 Prozent im Jahr 2009 auf 58 Prozent im Jahr 2020. Die Werte beziehen sich auf Seltene Erden insgesamt und nicht allein auf Yttrium. China blieb damit ein bedeutender Lieferant.
Ein Beispiel für Japans Suche nach Alternativen ist die Zusammenarbeit des Handelshauses Sojitz mit dem australischen Anbieter Lynas. Sojitz begann 2025 mit dem Import von Seltenen Erden aus Australien. Ein Vertrag mit Lynas sieht vor, dass bis zu 65 Prozent der aus der Mount-Weld-Mine stammenden Dysprosium- und Terbium-Mengen für Japan geliefert werden. Diese beiden schweren Seltenen Erden sind andere Elemente als Yttrium, zeigen aber, wie Japan seine Beschaffung breiter aufstellt.
Der berichtete Vorstoß setzt auf politischen Druck aus Washington, während Japan zugleich alternative Lieferquellen erschließt. Für Auto-, Verteidigungs- und Chiphersteller bleibt die Verfügbarkeit kontrollierter Rohstoffe ein wichtiger Teil ihrer Lieferketten.