Bayer gewinnt Roundup-Prozess, 65.000 Ansprüche bleiben
· VinciFi Redaktion

Eine Jury in Missouri hat Bayer-Tochter Monsanto in einem Roundup-Prozess einstimmig Recht gegeben. Der Sieg stärkt Bayer in einem Verfahren, doch rund 65.000 Ansprüche gegen den Konzern in den USA bestehen weiterhin.**
Die Geschworenen wiesen die Klagen von drei Personen wegen angeblicher Konstruktionsmängel, Betrugs und Fahrlässigkeit zurück. Die Kläger hatten geltend gemacht, Roundup habe Krebs verursacht. Das Urteil betrifft diesen Prozess; Bayer beziffert die Zahl der Roundup-Ansprüche in den USA weiterhin auf rund 65.000.
Der Prozess war der erste seit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA im Juni im Fall „Monsanto gegen Durnell“. Das Gericht entschied damals mit sieben zu zwei Stimmen, dass Bundesrecht bestimmte Klagen nach einzelstaatlichem Recht ausschließt, wenn sie Bayer vorwerfen, auf dem Etikett vor Krebsrisiken hätte warnen müssen. Maßgeblich war dabei, dass die US-Umweltbehörde EPA eine abschließende Entscheidung zur Produktsicherheit getroffen hatte. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs betraf diese Warnhinweis-Ansprüche. Im Verfahren in Missouri ging es dagegen auch um andere rechtliche Vorwürfe, darunter die behaupteten Konstruktionsmängel und Fahrlässigkeit.
Der Sammelvergleich braucht noch die Zustimmung des Gerichts
Parallel bemüht sich Bayer um die Genehmigung eines Sammelvergleichs über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar. Ein Gericht in Missouri prüft den Vorschlag. Er soll nach Unternehmensangaben aktuelle und künftige Ansprüche im Zusammenhang mit Non-Hodgkin-Lymphomen abdecken, unabhängig von der jeweiligen rechtlichen Begründung. Dafür sind über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren gedeckelte jährliche Zahlungen vorgesehen.
Der Vergleich ist noch nicht endgültig wirksam. Bayer erklärt, dass nach einer Genehmigung durch das Gericht noch Rechtsmittel möglich wären und das Verfahren erst nach Abschluss dieser Schritte endgültig wäre. Der Konzern beschreibt den Vergleich als Weg, die Roundup-Rechtsstreitigkeiten deutlich einzudämmen. Für Bayer bleibt die juristische Entwicklung damit ein möglicher Einflussfaktor auf die finanziellen Risiken des Konzerns: Der Prozesssieg betrifft einen Fall, während der größere Vergleich weiterhin auf die gerichtliche Entscheidung wartet.
Als Nächstes steht die Entscheidung des Gerichts über die beantragte Genehmigung des Sammelvergleichs an. Sie betrifft einen wesentlich größeren Kreis von Ansprüchen als das Urteil im Verfahren der drei Kläger.