Anthropics Umsatzwachstum verlangsamt sich auf 45 Prozent
· VinciFi Redaktion

Anthropics Umsatz stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 45 Prozent auf 16,8 Mrd. US-Dollar, deutlich langsamer als zuvor im dreistelligen Prozentbereich. Das könnte Zweifel an hohen Bewertungen im KI-Sektor verstärken, während KI- und Chipaktien vorbörslich nachgaben.**
Anthropic stellte seine Geschäftszahlen am Mittwoch bei einem Treffen mit potenziellen Investoren vor. Zugleich soll das Unternehmen im dritten Quartal profitabel gewesen sein. Damit blieb das Geschäft nicht nur auf Wachstumskurs: Anthropic erzielte in dem Zeitraum laut Berichten auch einen Gewinn.
Der Vergleich mit dem Vorquartal zeigt den Tempowechsel. Dort hatte das Umsatzwachstum noch im dreistelligen Prozentbereich gelegen. Im dritten Quartal kamen weitere 45 Prozent hinzu. Der Umsatz legte also weiter kräftig zu, aber langsamer als zuvor.
Ein berichtetes Bewertungsziel von 2 Billionen US-Dollar steht damit unter besonderer Beobachtung. Für einen möglichen Börsengang versucht Anthropic, Investoren von seinem Wachstum und seiner Finanzlage zu überzeugen. Ein langsameres Umsatztempo könnte bei solchen Erwartungen die Frage verschärfen, wie nachhaltig die Bewertung ist.
Im vorbörslichen Handel gaben AMD, Micron, SanDisk, Seagate und Western Digital um 3 bis 4 Prozent nach. Die Aktien gerieten damit gemeinsam mit anderen Titeln aus dem KI- und Chipsektor unter Druck. Der Rückgang weitete sich über Anthropics eigenes Geschäft hinaus auf Unternehmen aus, deren Aktien im KI-Ausverkauf mitgezogen wurden.
Zusätzlichen Druck erzeugten Sorgen über Inflation und Zinsen. Neue US-Inflationsdaten schürten die Angst vor weiteren Zinserhöhungen. Höhere Finanzierungskosten könnten es Unternehmen erschweren, große KI-Investitionen zu stemmen. Auch wachsende Schulden im Sektor stehen im Fokus: Anleger wägen ab, ob die erwarteten Erlöse mit den Kosten für den Ausbau der KI-Infrastruktur Schritt halten.
Anthropic bereitet einen möglichen Börsengang vor und wirbt dafür bei potenziellen Investoren. Die vorgelegten Quartalszahlen gehören damit zu den Daten, an denen sich das Interesse an dem geplanten Börsendebüt messen dürfte.



