Alta Banka: Auszahlung soll am 2. November starten
· VinciFi Redaktion

Für Kunden der geschlossenen Alta Banka soll die Auszahlung versicherter Einlagen am 2. November beginnen. Bis zu 50.000 Euro je Einleger sind geschützt; bei höheren Guthaben hängt eine Rückzahlung vom Zustand der Bank ab, der derzeit nicht bekannt ist.**
Die Bank stellte auf Anweisung der Zentralbank sämtliche Dienstleistungen ein. Die Einlagensicherungsagentur soll nach einer Gerichtsentscheidung als Insolvenzverwalterin eingesetzt werden.
Nach Angaben der Zentralbank gingen dem Lizenzentzug Kontrollen voraus, die darauf zielten, die Liquidität der Bank zu erhöhen. Die Aufsicht stellte eine erhebliche Verschlechterung der Finanzlage fest und sah die Interessen der Einleger gefährdet. Sie hatte bereits am 27. Oktober zu Berichten über Auslandstransfers erklärt, Finanzinstitute wickelten Überweisungen über reguläre Zahlungswege ab. Zugleich warnte sie vor ungeprüften Behauptungen, die unnötige Besorgnis auslösen könnten.
Ermittlungen zu Auslandsüberweisungen
Die Staatsanwaltschaft für Organisierte Kriminalität hatte die Zentralbank am 27. Oktober um Daten zu Auslandstransaktionen der Alta Banka gebeten. Am 31. Oktober bestätigte sie den Eingang einer Strafanzeige der Zentralbank gegen die Bank und mehrere Verantwortliche. Die Staatsanwaltschaft forderte außerdem Informationen zu Umtausch und Abflüssen von Geldern an. Diese Schritte betreffen den Verdacht auf auffällige Transfers; sie belegen für sich genommen keine Geldwäsche.
Berichte über Abhebungen und Überweisungen hatten schon vor dem Lizenzentzug die Runde gemacht. Beschäftigte der Bank berichteten, dass Abhebungen bereits am Dienstag, dem 27. Oktober, begonnen hätten. Die Zentralbank hatte zu diesem Zeitpunkt betont, dass Überweisungen von Finanzinstituten über reguläre Zahlungswege liefen. Viele russische Staatsangehörige, die nach 2022 nach Serbien gezogen waren, nutzten die Alta Banka; für sie bedeutete die Schließung eingefrorene Konten.
Der Schritt erfolgte wenige Tage nach der Wahlniederlage der Regierungspartei bei der Parlamentswahl vom 25. Oktober. Berichte verknüpften den Bankeigentümer mit der Partei, doch die Zentralbank begründete den Lizenzentzug mit der Finanzlage und den Risiken für Einleger. Zugleich erklärte die Aufsicht, der übrige serbische Bankensektor sei solide. Ein serbischer Ökonom sagte, eine andere Bank werde wahrscheinlich Kredite der Alta Banka übernehmen. Die Auszahlung versicherter Einlagen soll am 2. November anlaufen.