Steigende Renditen, schwache Auktionen und ein explodierender MOVE Index setzen den US-Aktienmarkt zunehmend unter Druck
VinciFi Research Team · Datengrundlage: S&P Global Market Intelligence
Die wachsende Skepsis gegenüber dem Fortschritt angeblicher Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran spiegelt sich nun zunehmend in den Renditen von US-Staatsanleihen wider — just zum Ende der Woche hin. Zweijährige Renditen über der Marke von 4 % und zehnjährige Renditen jenseits von 4,50 % rücken dabei klar in den Fokus.

Iran-Verhandlungen: Zweifel auf ganzer Linie
Bereits die ganze Woche über gab es Zweifel — nicht nur daran, ob Washington und Teheran tatsächlich eine Waffenruhe aushandeln können, sondern auch, ob überhaupt ernsthafte Gespräche stattfinden. Am Donnerstag bestätigte der Iran zwar den Erhalt eines 15-Punkte-Plans der USA, lehnte diesen jedoch ab.
Die Reaktion an den Anleihemärkten folgte umgehend: Die Renditen stiegen deutlich, insbesondere im mittleren Laufzeitbereich zwischen drei und sieben Jahren, wo sie zeitweise um mehr als 10 Basispunkte zulegten. Auslöser war unter anderem eine schwache siebenjährige Auktion, die mit einem sogenannten Tail endete — ein Signal für verhaltene Nachfrage.
Vor dem Hintergrund möglicher militärischer Eskalationen am Wochenende dürfte die Kursentwicklung am Freitag entsprechend volatil ausfallen.
Zinspfad im Umbruch: Anhebung oder Senkung?
Aktuell preisen die Märkte ein Szenario ein, in dem die US-Notenbank noch in diesem Jahr die Zinsen anheben könnte. Zinsswaps signalisieren mittlerweile eine etwa ausgeglichene Wahrscheinlichkeit für einen Schritt bis September.
Sollte es jedoch zu einer weiteren Eskalation kommen — etwa durch eine Einbindung der Huthi-Rebellen im Jemen oder Vergeltungsschläge gegen Energieinfrastruktur im Golfraum —, würde das Rezessionsrisiko deutlich steigen. In diesem Fall dürfte sich die Zinserwartung umkehren: von Inflationssorgen hin zu Wachstumssorgen, mit entsprechenden Zinssenkungsfantasien. Für zweijährige Renditen würde das potenziell eine Bewegung nach oben bedeuten — gefolgt von einem abrupten Rückgang.
Zinskurve: Verflachung statt Bodenbildung
Parallel dazu deutet sich am Anleihemarkt eine weitere Verflachung der Zinskurve an. Eine Serie schwacher Auktionen am kurzen Ende sowie steigende Ölpreise haben die Kurse unter Druck gesetzt und Hoffnungen auf eine Bodenbildung bei der Kurvenverflachung zunichtegemacht.
MOVE Index: Stress am Anleihemarkt mit Folgen für Aktien
Der MOVE Index, der die Volatilität des US-Anleihemarkts misst, ist mittlerweile sogar aus seiner länger laufenden Bull Flag ausgebrochen. Der Index hat damit seit Ausbruch des Iran-Konflikts um rund 100 % zugelegt und signalisiert wachsenden Stress am Anleihemarkt — mit entsprechenden Folgen für die KI-Aktienanalyse zeigt: US-Aktienmärkte stehen unter Druck.

Schwache Auktionen senden klare Warnsignale
Die Renditen im Bereich von drei bis sieben Jahren stiegen am Donnerstag erneut um rund 10 Basispunkte, nachdem die siebenjährige Auktion mit 4,255 % über den Erwartungen lag. Ähnlich verhalten fiel bereits die Nachfrage bei den zwei- und fünfjährigen Papieren zuvor aus.
Solche Tails signalisieren, dass Investoren höhere Renditen fordern — ein Hinweis auf wachsende Inflationssorgen, mögliche Zinserhöhungen und ein steigendes Angebot an Staatsanleihen. Der VinciFi Score berücksichtigt solche Marktsignale bei der Bewertung.
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Disclaimer
Die in diesem Artikel enthaltenen Analysen basieren auf öffentlich verfügbaren Daten von S&P Global Market Intelligence und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellen keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Wertpapiere dar. Bitte führen Sie vor jeder Anlageentscheidung eine eigene Prüfung durch und konsultieren Sie gegebenenfalls einen zugelassenen Anlageberater.